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wrackangeln

Thunfischangeln vor der irischen Küste

Fotos: Robert Langford

Mit einer besonderen Spannung und Vorfreude fuhr ich also an einem schönen Herbstmorgen von Killybegs hinaus. Denn etwa eine Stunde entfernt ist die Bucht von Donegal an manchen Tagen im Spätsommer und Herbst gestopft voll von Blauflossenthun. Es grenzt schon an das Surrealistische, an Irlands mit Schafen und Kühen bevölkerten grünen Feldern und Klippenlandschaft vorbeizufahren mit 4 Penn- International- 130- Big- Game- Ausrüstungen an Deck.

Den ersten Thunfischschwarm sahen wir vor Rathlin O'Birne Island etwas außerhalb der Bucht von Donegal. Zuerst durchbrach ein riesiger Schwall die Oberfläche des Meeres, als ob jemand eine Kuh hineingeschmissen hätte.

Während eines Ferienjobs als Bootsboy vor der Insel Man erfuhr ich zum ersten Mal von den irischen Blauflossenthun. Der Kapitän war aus Irland und er genoss es, auf dem Weg zu den Fischgründen und in den Beißpausen, die auch damals zu oft und zu lange vorkamen, zu erzählen: Von seiner Heimat, den hübschen irischen Mädchen und den reichen Fischvorkommen in der Bucht von Donegal. Dorsch, Schellfisch, Anglerfisch sowie Riesenrochen gab es in Hülle und Fülle. Aber was mich wirklich fesselte, waren seine Erzählungen von den Blauflossen- Thunfischen, die im Spätsommer und Herbst den kleinen Schwarmfischen in der Bucht von Donegal nachjagten. Als ich 1999 erfuhr, dass einige Angelboote endlich versuchten, vor Irland Blauflossenthun zu fangen, war ich gespannt. Und dann im Oktober 2000, als Alan Glanville die ersten irische Blauflossenthun -Rekord aufstellte mit 529 lb, war ich begeistert!

 

Und noch größer die Begeisterung, als ich im Herbst 2001 die Gelegenheit erhielt, als Crewmitglied und Angler mit Derek Nobel hinauszufahren, um mit ihm das Blauflossenthun- Vorkommen zu erforschen.

 

Mit einer besonderen Spannung und Vorfreude fuhr ich also an einem schönen Herbstmorgen von Killybegs hinaus. Denn etwa eine Stunde entfernt ist die Bucht von Donegal an manchen Tagen im Spätsommer und Herbst gestopft voll von Blauflossenthun. Es grenzt schon an das Surrealistische, an Irlands mit Schafen und Kühen bevölkerten grünen Feldern und Klippenlandschaft vorbeizufahren mit 4 Penn- International- 130- Big- Game- Ausrüstungen an Deck.

 

Den ersten Thunfischschwarm sahen wir vor Rathlin O'Birne Island etwas außerhalb der Bucht von Donegal. Zuerst durchbrach ein riesiger Schwall die Oberfläche des Meeres, als ob jemand eine Kuh hineingeschmissen hätte. Danach tauchte eine Schwanzflosse wie ein aufgerichtetes Sensenblatt auf und dann sprang ein ganzer, etwa zwei Meter langer Blauflossenthun in die Luft.

 

Derek, der dies die letzten Wochen des öfteren beobachtet hatte, gab mehr Gas und steuerte auf den Schwarm zu, aber vorsichtig, um die Fische nicht zu erschrecken. Während wir uns dem Schwarm näherten, reduzierte Derek unsere Geschwindigkeit. Wir bereiteten uns auf den Strike und den scheinbar sicheren Drill vor. Als wir den Schwarm umkreisten, sah ich zum ersten Mal, warum diese Fische Angler so faszinieren. Die Thunfische waren völlig mit ihrer Beute beschäftigt und ignorierten uns. Kleine Schwärme von Sauries (eine kleine Hornhecht- Art, die einem Ballyhoo ähnelt mit etwas abgeflachtem Körper und abgeschwächtem oberen Schnabel) stiegen in die Luft fast wie fliegende Fische, von unten von den jagenden Riesen zusammengeballt, hatten sie kein anderes Entkommen. Einmal aber in der Luft wurden sie Opfer der Tölpel und Möwen, die sie einfach aufschnappten ohne die Federn nass kriegen zu müssen. Periodisch stieß immer wieder ein Blauflossenthun aus dem Wasser. Dieser schien aber nicht über ein Ziel hinaus geschossen zu haben, sondern beobachtete genau, wie und vor allem worauf er fiel. Die Sauries wurden von dem mächtigen Körper k.o. geschlagen und so zu leichter Beute für die Thunfische. Die Kleinfische wurden so schnell wie möglich von den Thunfischen aufgesammelt und dann ging's weiter mit der Hetzjagd. Einige Fische kamen 2 Meter und näher an das Boot heran. Wir umkreisten die Schwärme, aber unsere Bonita- Wobbler und andere Köder fanden keinen Absatz. Zu beschäftigt waren die Thunfische damit, so viele der fettreichen kleinen Sauries aufzusammeln wie möglich. Dieses Spiel wiederholte sich mehrmals, und anfangs ergötzten wir uns an diesem Naturschauspiel, aber allmählich schlug diese Freude an der Beobachtung in Frustration um. Jeder Angler kennt das: Fische überall, aber keiner geht an die Angel! Bis nachmittags hatten wir jeden Köder und Schleppgeschwindigkeit versucht und uns diesen Fischen immer vorsichtiger genähert. Teilweise ignorierten wir sie einfach und schleppten in der Hoffnung, dass andere Thunfische unsere Köder nehmen würden. Aber alles half nichts, wir mussten etwas anderes versuchen.

 

 

Ich hatte einen Makrelenköder vorbereitet, und als wir den nächsten Schwarm Thunfische an der Oberfläche sahen, schob Derek die Gashebel nach vorne und wir stürmten mit maximaler Geschwindigkeit auf die Fische zu. Gischt flog durch die Luft, die Angler, die das Boot gechartert hatten, mussten sich festhalten. Ich klemmte mich gegen das Heck und wartete auf den Moment ... Die Fische waren völlig mit ihren Sauries beschäftigt, aber leider hatten wir keinen anzubieten. Ich müsste die Makrele einem Thunfisch geradewegs vor seinem Maul präsentieren. Er würde keine Anstalten machen, um einer einzigen Makrele nachzujagen, aber wenn ich ähnlich wie beim Fliegenfischen den Köder im richtigen Moment am richtigen Ort hätte ... Alles hing davon ab! Der Motorenlärm wurde weniger, das Bug setzte sich, als das Boot seine Fahrt verlangsamte. Bei einem Blick über meine rechte Schulter bemerkte ich, dass ein breiter Rücken vor dem Backbord- Bug einem Schwarm Sauries den Weg abschnitt.

 

Der Köder flog durch die Luft, die schwere Schnur glitt durch meine Finger. Etwa 5 Meter vom Heck sank die Makrele in das Meer. Ob das der richtige Platz war, sollte ich die Schnur noch etwas einholen oder eher noch herauslassen?

Ich hatte keine Wahl und folgte meinen Instinkten, nochmals durchstieß ein großer Thunfisch die Wasseroberfläche, dieses Mal so nahe, dass ich ein paar Spritzer abbekam. Der Fisch tauchte ab - schnurstracks auf meine Makrele zu.

Nochmals glitt die Schnur durch meine Finger, die Bremse war offen, ich ließ die Schnur los. Die große Spule drehte sich. Als 15 oder 20 Meter Schnur im Meer verschwand, schob ich die Bremse der großen Penn- International- 130- Multirolle auf "Strike", den Widerstand von 12 kg Bremskraft spürte der Fisch sofort, er tauchte ab und hakte sich selber. Den Angler scheuchten wir in den Kampfstuhl und ich, an diesem Tag Crewmitglied, brachte ihm eine sehr lebhafte Angel. Zwanzig Minuten lang tat der Angler sein Bestes. Ich redete ihm gut zu, drehte den Kampfstuhl in Richtung des Fisches und riet ihm, seinem Fisch keine Pause zu geben. Jedoch war sein Gegner einfach zu stark und er bat seinen Freund zu übernehmen. Das tat dieser bereitwillig - doch nach weiteren 20 Minuten schlitzte der Haken aus! Schade, aber manche Fische verdienen einfach ihre Freiheit!

Wir stellten fest, dass das Gerät in Ordnung war, das Vorfach hätte noch lange gehalten und war kaum in Mitleidenschaft gezogen. Künstlerpech! Jedenfalls: der Thunfisch war frei ohne Schnursalat hinter sich herziehen zu müssen, aber ich war gehakt und bin's heute noch!

 

Robert Langford

 

Boote

Momentan gibt es zwei Boote vor Irland, die ernsthaft versuchen, Blauflosssenthun zu fangen. Beide sind gut ausgerüstet und beide Skipper sind regelrecht infiziert von dieser faszinierenden Angelei, die Angler und Skipper alles abverlangt. Derek Nobel fährt von Killybegs, seine Lochin 33 heißt "Nicolsa". Die "Nicolsa" ist sicher, schnell und gepflegt. Ein Kampfstuhl ist im Heck montiert und es stehen 4 Penn- International- Ruten sowie Rollen der Klasse 130 bereit.

Wie schnell Irlands neue Blauflossenthun- Fischerei sich entwickelt, ist aus der Fangstatistik 2002 von einem der Skipper, Adrian Malloy, zu ersehen:

 32 Strikes

 16 gehakte Fische

 4 verlorene Fische

12 erfolgreich gedrillte Fische

Derek Nobel Lake Rd. Waterville, Co Kerry Ireland  00353(0) 66 947 4175 Mobile: 00353 (0) 87 279 1274 E-mail : dereknoblesportfishing@eircom.net

 

Adrian Molloy Churchtown Kilcar Donegal Ireland  00353-(0)73-38377

 

John & Sue Brittain Streamstown Clifden Co Galway Ireland 00353 (0)95 21073 / E-mail: www.seafishingireland.net

 

Irische Fremdenverkehrszentrale, Untermainanlage 7, 60329 Frankfurt/Main, Tel.: 069 - 92 31 85 17, Fax: 069 - 92 31 85 88,