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wrackangeln

Angeln auf Seebarsch (Roccus labrax)

Seebarsch
Seebarsch, an der Costa Brava gefangen

Beschreibung

Der Seebarsch, auch Wolfsbarsch genannt, hat einen langgestreckten, spindelförmigen Körper. Die beiden Rückenflossen sind etwa gleichlang und seine Schwanzflosse ist gegabelt. Das oberständige, große Maul reicht bis an die Augen. Der Seebarsch kann bis zu einem Meter lang und zehn Kilogramm schwer werden. Er war früher ein seltener Irrgast vor unseren Küsten.

Inzwischen kommt er jedes Jahr in die Nordsee und dringt bis in den Kattegat vor. Er ist ein Räuber, der in der Regel in kleineren Trupps unterwegs ist. An geeigneten Standorten kann man auch große Schwärme antreffen. Dem gegenüber sind die großen Seebarsche Einzelgänger.

 

Lebensraum

Ihn findet man von Südnorwegen bis zum Senegal, im Mittelmeer und in der Nordsee. Meistens hält er sich an felsigen Küstenabschnitten auf. Im offenen Meer ist er an Riffen oder Wracks zu finden. Bei der Nahrungssuche sucht er auch sandigen Stellen auf.

 

Ernährung

Er sucht bevorzugt bei einsetzender Flut, kleine Fischen, Würmer, Krabben und andere Nahrung.

 

Saison

Die Fangzeit an der Küste ist meistens vom Frühling bis in den Spätherbst, vereinzelte Winterfänge werden aber von den südlichen Niederlanden gemeldet.

 

Angelmethoden

Strömungsreiche Gewässerabschnitte sind wegen des reichlicheren Futteraufkommens vom Angler auf jeden Fall zu bevorzugen. Sehr ruhige oder sehr stürmische See gelten im allgemeinen als weniger erfolgversprechend.

Generell gilt es allerdings , noch mehr als bei anderen Fischen, sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Der Brandungs-, Spinn-, und Fliegenangler sollte immer auch die flachen Strandabschnitte abfischen, weil der Seebarsch speziell bei Nacht oder bei mittlerer Brandung und auflaufendem Wasser dort nach Nahrung sucht.

 

Erfolgreiche Seebarschangler schauen sich bei Ebbe die trockengefallene Küste an und überlegen an welchen Stellen der Seebarsch bei aufkommender Flut Nahrung finden könnte. Auch die Art der Futtertiere ist interessant, weil der Angler versuchen sollte den Köder daraufhin anzupassen. Im Prinzip könnte man an einer erfolgreichen Stelle (Hafenausfahrten, Dämme und Molen) mehrere Fische fangen, aber der Seebarsch ist schnell weg, wenn er den Angler sieht und sein Artgenosse mit viel Unruhe aus dem Wasser verschwindet. Allerdings kann man einige Stunden später, bei ähnlichen Strömungsverhältnissen, wieder Glück haben.

 

Spinnangeln

Zum Spinnfischen nimmt man eine Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 30 bis 80 Gramm. An manchen Orten sind Wurfgewichte sogar bis 120 Gramm nötig. Viele Angler nehmen zum Fischen Ruten von 3,50 bis 4,20 Meter. Die längeren sind dann eigentlich eher der Kategorie leichte Brandungsrute zuzuordnen. Die Schnurstärke liegt zwischen 0,28mm bis 0,40mm. Die dünne Schnur ist dort nötig, wo man extreme Weiten erreichen muß, um überhaupt an den Fisch zu kommen. In dem Fall ist es auch sehr wichtig mit einer modernen Weitwurfrolle zu fischen. Die Art, die Farbe und das Gewicht der Spinner, Wobbler, Blinker oder anderer Kunstköder sollte man sich von den erfolgreichen einheimischen Anglern abschauen.

 

Floßangeln

Gerne wird mit dem treibendem Floß geangelt. Als Köder werden am besten lebende Seeringelwürmer, weiche Krabben oder tote oder lebende kleine Köderfische benutzt. Auch Lachsfetzen waren schon erfolgreich. Das örtliche Angelgeschäft wird einem auch in diesem Punkt helfen können. Eine Sonderform des Floßangelns ist das Fischen mit der Wasserkugel. Sie wiegt teilweise mit Wasser gefüllt zwischen 40 und 60 Gramm. An ihr ist ein Wirbel und ein Vorfach von 2 bis 3 Meter Länge befestigt. Die Vorfachstärke sollte 0,30 bis 0,40 mm betragen. Am Ende des Vorfaches befindet sich ein künstlicher, schwimmender Fisch mit einem beweglichen Schwanzstück. Nach dem Auswerfen der Montage holt man sie mit wechselnder Geschwindigkeit wieder ein.

 

Brandungsangeln

Beim Brandungsangeln werden meistens keine speziellen Montagen benutzt, d.h. eine einfache Montage ist durchaus erfolgreich. Das Vorfach ist zwischen 1,00 bis 1,50 Metern lang mit einem Endblei versehen. Oberhalb des Endbleies kommen zwei Seitenarme von bis zu 70 Zentimetern Länge. Die Hakengröße kann zwischen 2 und 2/0 liegen. Alle üblichen Köder können benutzt werden. Nach dem Auswerfen stellt man die Rute in einen Rutenhalter. Allerdings sollte man die Rollenbremse weich einstellen, damit nicht bei einem stürmischen Biss die Rute im Wasser verschwindet. Wenn nach einem Biss die Rutenspitze sich wieder aufrichtet, bedeutet das nicht das der Fisch wieder weg ist, sondern das er mir dem Köder auf das Ufer zuschwimmt. Also schnell einkurbeln um Kontakt mit dem Seebarsch zu bekommen.

 

Bootsangeln

Auch beim Bootsangeln werden verschiedene Methoden angewendet. Allerdings ist es wichtig vorsichtig an die Angelstellen heranzufahren. Der Seebarsch ist sehr vorsichtig und gerade große Exemplare sind sehr schnell vergrämt. Es wird viel mit schweren Blinkern oder leichten Pilkern gefischt, aber man sollte immer einige Naturköder dabei haben. An manchen Tagen beißen sie nur auf Fischfetzen, Würmern, Muscheln, Krabben oder Schnecken.

 

Bei dieser Art zu angeln wird man natürlich auch eine ganze Menge anderer Fischarten an den Haken bekommen, z.B. Dorsche, Wittlinge und Plattfische. Wenn es möglich ist, wird man das Boot verankern, den Motor abstellen und mindestens 30 bis 40 Meter auswerfen. Dann kann man in Ruhe angeln. Manchmal kann es eine Weile dauern bis eine Beißphase eintritt. Kennt man keine guten Stellen im Meer oder es will sich auch nach längerer Zeit nichts tun, sollte man die Stelle wechseln und eventuell das Boot treiben lassen. Manchmal stehen die Fische nicht an den bekannten Stellen.

 

Kulinarisches

Der Seebarsch, ist einer der beliebtesten Fische Europas. Das liegt an seinem wohlschmeckenden und grätenarmen Fischfleisch.

Er wird gerne im Ganzen zubereitet, z.B. in einem Fenchelsud pochiert. Wer dazu einen Sauvignon von der Loire, einen Sancerre oder Pouilly Fumé, öffnet, wird eine harmonisches Zusammenstellung genießen können.

 

Gefleckter Wolfsbarsch (Dicentrarchus punctatus)

Ein Verwandter des Wolfsbarsch oder Seebarsch der nicht so weit nördlich anzutreffen ist und der etwas kleiner bleibt. Ihn kann man leicht durch die dunklen Tupfen an seinen Flanken vom Seebarsch unterscheiden.