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wrackangeln

Schwandorf - Angeln in der Oberpfalz

Fotos: Karsten Zygowski

Um es vorweg zu nehmen, wir werden wiederkommen. In Schwandorf in der bayrischen Oberpfalz sind Gastangler noch willkommen und es erwarten einen schöne Naturerlebnisse und vielfältiges Angeln. Überall trafen wir auf offene und herzliche Menschen und freundliche auskunftsbereite Mitangler. Im Ort ist man zwar auf Touristen eingestellt, jedoch fehlt der sonst übliche „Touri-Nepp“.

 

In der Woche vom 25.05. – 01.06.2003 haben wir die Naab erfolgreich getestet und beangelt. Das Ziel war Schwandorf, hier wurde im vergangenen Jahr ein Waller von über 130 Pfund gefangen; das war neben den uns bekannten Berichten ein zusätzlicher Anreiz. Es gibt im Ort Hotels, Pensionen und Apartments  für jeden Geschmack das Passende.  Auch bei den Restaurants und Gaststätten ist die in Deutschland übliche Vielfalt vertreten. Wir entschieden uns für ein Appartement mit eigener Kochmöglichkeit und Terrasse am Egidiberg.

 

Nach der Anreise besichtigten wir die einzelnen Gewässerabschnitte. Es stehen dem Angler verschiedene Strecken zur Verfügung: in Schwandorf das Alkhofer Wasser, weiter flussabwärts das Graf-Schlau-Wasser, das Obermeier Wasser, das Plank Wasser, das Teublitz Wasser. Wir fanden den Hauptstrom mit mäßiger Strömung vor, Kiesbänke mit rasch fließendem Wasser, Altarme und Seerosenfelder, sowie Nebenarme mit Kehrströmungen und Stauwerke. Da fiel die Wahl schwer.

Das Angelparadies in Schwandorf gibt Gastkarten für das Alkofer, Graf-Schlau und das Plank Wasser aus. Hier ließen wir uns ausführlich über die einzelnen Strecken beraten. Der Inhaber war sehr geduldig und auskunftsbereit, gerne skizzierte er auch seine erfolgreichen Montagen. Seine Kompetenz beweisen die Präparate kapitaler Fische, die von ihm gefangen wurden. Wir entschieden uns für das Graf-Schlau-Wasser; flussabwärts etwas außerhalb der Stadt, aber doch in kurzer Fahrt zu erreichen und laut Angelparadies mit reichlich Fischbestand, was wir nach diesen Tagen nur bestätigen können.

In dieser Woche haben wir unterschiedlichen Fischen nachgestellt und waren bis auf Zander und Waller in allen Dingen erfolgreich. Wanderangeln auf Raubfisch gestaltet sich durch die vielen Altarme und Entwässerungsgräben schwierig, man kommt auch nicht überall ans Wasser, da die Ufer reichlich mit überwiegend Weiden bestanden sind. Die Weidenblüte hat auch an manchen Tagen und Stellen zu Beeinträchtigungen geführt, da die Flusen auf dem Wasser schnell die Rutenringe verstopfte, vor allem bei Einsatz von geflochtener Schnur.

Also ist Sitzangeln angesagt. Die Beschaffung von Lauben und Haseln als Köfis für Hecht, Zander und Aal ist kein Problem, sie kamen überall vor und waren mit feiner Ausrüstung und einzelner Made schnell gefangen. Aber auch kleine Madenbündel, Mais und Rotwürmer waren erfolgreich, wir fingen damit Rotaugen, Rotfedern (die schönsten, die wir seit langem gesehen haben), Karauschen, Barsche, Brassen und Karpfen, sowie schöne kräftige Aale bis 2 Pfund. Selbst an Tagen mit reichlich Sonne ging was, keiner von uns 3 Anglern ist auch nur an einem Tag als Schneider nach Hause gegangen. Macht man einen Fisch aus, kann auch auf Sicht (hier war es Döbel) oder nach Gehör (Hecht) gefischt werden. Das ist spannend und macht dann besondern Spass.

 

 

Abends sind auch die Biber unterwegs.

Insgesamt haben wir an 6 Angeltagen 11 verschiedene Fischarten gefangen, wovon einige nach derzeitigem Stand auch einen Platz in den einschlägigen Fischhitparaden gefunden hätten (Rotfeder, Karausche). Beeindruckt waren wir von dem hohen Durchschnittsgewicht und der Kampfkraft der von uns gefangenen Aale. Hier findet jeder etwas passendes – die Karpfen, die wir im Seerosenfeld springen gesehen und gehört haben, waren echt aufregend. Können Sie sich das vorstellen? Sie angeln an einer Stelle und unerreichbar für Sie machen die Kapitalen mehrere Stunden lang Action auf dem Wasser. Das ist dann nichts für schwache Herzen.

 Letztendlich haben wir alle Angelmethoden angewandt und auf alle unsere Fische gefangen, was will man mehr? Die Waller schnappen wir uns halt im nächsten Jahr.