Direkt zum Inhalt springen
wrackangeln

Meeresangeln in der Ostsee

Angelkutter auf der Schlei mit Ziel nördliche Ostsee
Angelkutter auf der Schlei mit Ziel nördliche Ostsee

Viele Meeresangler aus Deutschland fahren regelmäßig zum Angeln an die Ostsee. Sie ist das Hausgewässer für viele deutsche Sportfischer. Meeresangeln in der Ostsee ist sehr oft erfolgreicher und sicherer als in der Nordsee, dem zweiten deutschen Meer. Das hat mehrere Gründe. Es fehlen in der Ostsee beispielsweise die Gezeiten, die das Meeresangeln in anderen Teilen des Atlantiks nur zu bestimmten Zeiten zulässt. Bei Ebbe läuft an der Nordsee oft gar nichts.

Außerdem ist es an der Ostsee leichter und weniger gefährlich mit kleineren Booten aufs Meer hinaus zu fahren als an der Nordsee, es gibt keine starken Gezeitenströmungen. Die Ostsee hat zudem mehr Inseln und Buchten, die das Angeln auf der Leeseite (Lee =Windschatten) zulässt. So ist in der Ostsee auch die Möglichkeit vom Wind abgetrieben zu werden geringer und die Wellen erreichen meist nicht die Höhe wie in anderen Meeren. Die Ostsee ist halt ein recht „kleines“ Meer, aber trotzdem sollte jeder Bootsangler alle Vorsicht walten lassen. Jedes Jahr verunglücken leichtsinnge Angler, die meinen die Ostsee unterschätzen zu können, vor allem in der kalten Jahreszeit.

 

Heringsangeln im Frühjahr

Heringsangler auf der Ostsee
Heringsangler auf der Ostsee

Beim Meeresangeln in der Ostsee stehen je nach Jahreszeit ganz unterschiedliche Meeresfische im Focus der Angler. Im März beginnt die Zeit des Heringfangs. Jetzt kommen die kleinen Raubfische in riesigen Schwärmen in Ufernähe, von wo sie aus in die Flüsse oder ausgesüßten Meeresbuchten und Förden ziehen, um zu laichen. Vom Ufer oder vom Boot aus, wird ihnen in der Zeit von vielen Anglern nachgestellt.

Petrijünger aus ganz Deutschland nehmen stundenlange Autofahrten auf sich, um dabei zu sein. Geangelt wird meist mit Paternostermontagen mit vier bis sechs kleinen Haken. Die Montagen sind in jedem Angelgeschäft und an vielen Hafenkiosken zu kaufen.

Wer es selber einmal probieren möchte, für Touristen werden in Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein Touristenscheine, für die man keine Sportfischerprüfung benötigt, verkauft.

Allerdings sollte man bedenken, dass der Hering ein schnell verderbliches Fischfleisch besitzt. Nach dem Fang sollte er schnell geschuppt, ausgenommen, gesäubert, abgetrocknet und kühl gelagert werden, ganz besonders bei warmem Wetter.

Dorschangeln in der Ostsee

Die beste Zeit zum Dorschangeln an den Küsten der Ostsee sind die Monate Januar, Februar, März, April, September, Oktober, November und Dezember. Wer mit einem der Angelkutter in Deutschland auf Dorschjagd gehen möchte: Die Ausfahrt dauert meist acht Stunden, was recht viel aussieht. Allerdings, die Anfahrt und Rückfahrt können oft schon jeweils 120 Minuten dauern, die reine Angelzeit ist also zum Teil nur vier oder vielleicht fünf Stunden. Wenn die Fische beißen ist das kein Problem, dann reicht die Zeit locker, wenn sich allerdings wenig getan hat und der Kapitän tutet zur Rückfahrt, kommt einem die Angelzeit schon manchmal sehr kurz vor.

Obwohl auch Naturköderfischen möglich ist, wird im Allgemeinen mit Pilkern oder Gummifischen (Jigs oder Dorschfliege) auf Dorsch geangelt. Dabei wird heutzutage deutlich leichter gefischt als noch vor 10 oder 20 Jahren. Auch auf Beifänger verzichten manche Angler, um das Spiel der Kunstköder nicht zu behindern.

Man muss aber nicht unbedingt mit Kutter oder Boot auf die See hinaus fahren, um an Dorsch zu kommen. Auch vom Ufer gehen vor allem in der kühlen Jahreszeit viele Dorsche an den Haken. Viele Sportfischer gehen im Winterhalbjahr gezielt mit Brandungsruten und Naturköder auf Dorsch. Meist wird mit Wattwurm oder Seeringelwurm gefischt, aber auch Fischfetzen, Muscheln, Meeresschnecken und Teilen von Tintenfischen werden verwendet.

Hornhecht, Meerforelle, Plattfisch und mehr

Im Mai kommt dann der Hornhecht in großen Schwärmen an die Küste. Mit Fischfetzen oder Blinkern wird dem schlanken Räubern dann erfolgreich in flachen Buchten oder über Seegraswiesen nachgestellt.

Mit etwas Glück geht dann auch mal eine Meerforelle an die Angel, aber meist wird der edle Räuber doch gezielt befischt. Spinnangler setzen Spinner, Wobbler, oder Blinker ein, um die Meerforelle an den Haken zu bekommen. Oft sind viele hundert Würde nötig um einen Biss zu bekommen. Da ist eine leichte Rute und entsprechende Rolle natürlich wichtig, um nicht zu ermüden.

Auch Fliegenfischer sind bei der Jagd auf die Meerforellen der Ostsee sehr erfolgreich. Man muss „nur“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Fliege appetitlich präsentieren ohne die Fische, aber ohne die Fische durch auffälliges Verhalten vergrault zu haben.

Die Fische des Brandungsanglers sind Kliesche, Flunder, Scholle, Dorsch und Aal. Auch kleine Steinbutt können an den Haken gehen. Bootsangler fangen in den Gewässern der Ostsee außerdem noch Seehase und im dänischen Bereich auch mal einen kleinen Leng oder Köhler.

Im Sommerhalbjahr ziehen zudem auch Makrelenschwärme an die Küsten zwischen den dänischen Inseln und der mittleren Ostsee.