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wrackangeln

Meeresangeln in der Nordsee

Heringsangler in Cuxhaven
Heringsangler in Cuxhaven

Deutschland hat in den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehr als 1.500 Kilometer Nordsee, allerdings sind viele Uferbereiche nur eingeschränkt zum Meeresangeln geeignet, weil flache Wattengebiete vorgelagert sind. Bei Flut und auflandigen Wind können hier zwar teilweise gute Plattfischfänge gemacht werden, vor allem nachts, aber mit anderen Fischen ist eher nicht zu rechnen. Früher wurden auch Aale gefangen, aber die kann man heute heutzutage nicht mehr guten Gewissens mit nach Hause nehmen, der Überfischung, der Umweltverschmutzung und der gewerblichen Glasaalfischerei in Südeuropa sei Dank. Aber es gibt an der deutschen Nordseeküste auch Angelplätze, an denen man gut fangen kann. Generell kann man sagen: Es sollte Plätze sein, an denen sich der Fisch wohl fühlt und alles wegfällt, was ihn verscheuchen kann.

Die Nordsee bei Helgoland
Die Nordsee bei Helgoland

In erster Linie sollte dort Nahrung sein, was soll der Fisch sonst dort. Und Nahrung ist fast immer dort wo auch Strömung ist. Ist die Wassertiefe vergleichsweise niedrig, wird sich der Fisch an hellen Tagen und klarem Wasser dort nur ungern aufhalten, da er nicht von Vögeln oder Raubfischen gefressen werden möchte.

Viele gute Angelplätze an der deutschen Nordseeküste sind Molen oder Hafenanlagen, also Bereiche mit ausreichend tiefem Wasser für Fischkutter oder sogar Ozeanriesen. Solche guten Stellen finden sich beispielsweise in Wilhelmshafen auf der Außenmole des Vorhafens, an den Hafenbecken von Cuxhaven und im Meldorfer Hafen. Auch auf der Insel Helgoland finden sich gute Angelplätze, da hier tieferes Wasser in Wurfweite ist und auch mal etwas seltenere Fischarten an den Haken gehen.

Brandungsangeln

Eine der bekanntesten Stellen zum Brandungsangeln in Deutschland ist der Norden der Insel Sylt. Am sogenannten Ellbogen werden neben Plattfischen im Sommer auch regelmäßig Makrelen gefangen.

Zum echten Brandungsangeln mit mehreren schweren Brandungsruten, den typischen Mehrhakenmontagen und Wattwurm oder Seeringelwurm als Köder eignen sich am besten die Inseln, sowohl die Nordfriesischen als auch die Ostfriesischen Inseln und dort die der offenen See zugewandte Seite. Und auch hier gilt die allgemeine Regel, am besten bei auflaufendem Wasser und auflandigem Wind fischen.

Molenangeln

Im Gegensatz zum Brandungsfischen beschränken sich die meisten Angler beim Angeln von Molen auf eine Rute. Es ist wichtig immer Kontakt zur Montage zu haben, weil in der Strömung und dem hindernisreichen Grund ansonsten zu viele Hänger zu beklagen wären. Wegen der Hängergefahr sollte die Montage zudem einfacher sein als ein, die auf auf reinem Sandgrund eingesetzt wird. Außerdem sollte man regelmäßig nach seinem Köder schauen, Wollhandkrabben knabbern gerne mal am Wattwurm oder an anderen Angelködern... Merke: Leere Haken fangen keine Fische.

Zu den an der Nordsee angelbaren Fischen gehören Flunder, Kliesche, Scholle, Seezunge, Rotzunge, Aal, Aalmutter, Stint, Hering, Wittling, Dorsch, Hornhecht, Makrele, Seebarsch, Meeräsche, Maifisch, Lachs und Meerforelle. Auf offener See kommen noch Hundshai und Dornhai dazu.

Fliegenfischen, Angeln mit der Pose und Spinnangeln

In den letzten Jahren sieht man hin und wieder auch Fliegenfischer an der Küste der Nordsee stehen. Auf der einen Seite Meerforellenfischer, die an bestimmten Stellen ihr Glück versuchen und auch der anderen Seite Fliegenangler, die ihr Glück auf Hornhecht versuchen, oft mit Erfolg. Die meisten Hornhechtangler fischen entweder mit der Spinnrute oder einer Hornhechtpose, die mit Fischfetzen beködert wird. Auch bei sehr felsigem Grund, wie bei den Molen von Helgoland bietet sich eine schwere Pose an, damit man nicht andauern Montagen und Bleie wegen Hänger verliert.

Beim Spinnangeln kann neben Hornhecht auch Makrele, Wittling oder Dorsch die Beute sein. Hinzukommt seit einigen Jahren der Seebarsch, der in immer größerer Zahl an der Nordseeküste, sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark gefangen wird.

Bootsangeln

Das Bootsangeln wird meist von privaten Booten ausgeübt. Die von der deutschen Ostseeküste bekannten gewerblichen Angelkutter sind hier weniger verbreitet, weil die Schiffe meist zu lange auf die offene See fahren müssten, um zu guten Angelplätzen zu gelangen. Außerdem sind in der Vergangenheit vor allem im Winterhalbjahr zu viele Ausfahrten wegen schlechten Wetters ausgefallen.

Im Sommerhalbjahr sieht es etwas besser aus. Dann kommen große Makrelenschwärme auch an die deutsche Nordseeküste und halten sich auch viele Monate dort auf. Viele Sportfischer aus ganz Deutschland kommen regelmäßig zum Makrelenangeln an die deutsche Nordsee, weil die Fänge gut sind. Zwar sind keine Rekordfische zu erwarten, die Makrele erreicht keine beeindruckende Größe, aber an guten Tagen stimmt zumindest die Zahl der gefangenen Fische, es können durchaus einige Dutzend sein, die allerdings auch alle schnell ausgenommen, abgetrocknet und gekühlt werden müssen. Die Makrele ist ein empfindlicher Fisch der bei achtloser Lagerung, und wie oft sieht man das, schnell seinen Wohlgeschmack verliert oder sogar schlecht wird.