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wrackangeln

Irland:Ende der Welt, Schafskopf und ein populärer Ring

Ausblick vom Fortview House auf Bilderbuch-Irland

Südlich von Dingle locken noch drei weitere Halbinseln Reisende

 

Von Beate Baum

 

Stürmisch ist es am westlichsten Zipfel Irlands. Hohe Kalksteinklippen ragen aus der See, die wunderbar blau schimmert, und das Wissen darum, an einem der entlegensten Enden Europas überhaupt zu stehen, hat schon etwas Erhebendes. Hier ist der alte Kontinent zuende, danach kommt lange Zeit nichts und schließlich dann die neue Welt.

 

Er hat wenig Bewohner, dieser äußerste Punkt. Mizen Head selbst besteht lediglich aus besagter spektakulärer Steilklippe samt sich über den Abgrund spannender Brücke mit einem Leuchtturm, der rein technisch eine Signalstation ist, und einem Besucherzentrum. Hier kann man etwas über das Leben der früheren Stations-Wärter am Ende der Welt – heute ich alles vollautomatisch – erfahren, über Schiffsunglücke, Flora und Fauna auf der Halbinsel.

 

Mizen Head

Wobei erstere karg ist – eine hügelige Heidelandschaft zieht sich bis ans Wasser heran, was an den Buchten eine sehr reizvolle Mischung ergibt – und erstere vorwiegend in und auf dem Wasser existiert. Das gilt auch für die Menschen. Crookhaven etwa, der letzte Ort vor der Klippe, wird im Winter von etwa fünfzehn Familien bewohnt, die ihr Geld mit Fischen und Viehzucht verdienen; Goleen ist da vergleichsweise schon ein richtiges Dorf samt Pub, zwei Geschäften und Restaurant am Hafenbecken. Zwei größere Ansiedlungen gibt es auf der Ost-Route nach Cork, wer sich jedoch nach Nordosten hält, erreicht die kleinste der wie Finger ins Meer zeigenden Halbinseln: Sheep’s Head, den Schafskopf. Auf der ganzen Landzunge leben nur rund tausend Menschen, eine Rundroute von etwa 120 Kilometer bietet sich als Radtour – einzelne Strecken der ausgewiesenen Route führen über einen Ziegenpfad – durch seltene landschaftliche Schönheit an.

 

Ring of Kerry

Oberhalb von Sheep’s Head liegt die populärste Halbinsel: Iveragh, besser bekannt allerdings unter dem Namen der berühmten Rundfahrt: Ring of Kerry. Wer hier Fahrrad fahren will, sollte schon gut trainiert und mit einem ordentlichen Rad ausgestattet sein – er wird aber auch mit sensationellen Ausblicken belohnt. Eine besondere Möglichkeit, die Halbinsel mit ihren mal sanft, mal steil ansteigenden Hügeln, den Heidekraut bewachsenen Flächen, den Flüssen und Mooren kennen zu lernen, ist das Wandern: Während die gut ausgebaute Nationalstraße tatsächlich einen Ring von 180 Kilometern beschreibt, ist der Kerry Way mit 215 Kilometern der längste Fernwanderweg Irlands.

 

Der Weg ist gut markiert und bietet rein technisch keine Schwierigkeiten, ist jedoch in Tagesetappen bis zu 30 Kilometer und 1.000 Metern Aufstieg eingeteilt. Oft folgt die Route den alten „Butter Roads“, auf denen die Bergbauern früher ihre Produkte auf den Markt brachten. Hier kann man – zumindest in der Vor- und Nachsaison – tatsächlich Irland pur erleben: Wahrhaftige Ruhe, Stille, wie man sie sich erträumt. Im Juli und August kann es allerdings zumindest auf dem Ring of Kerry passieren, dass Reisebus an Reisebus die Strecke abfährt.

 

Zentrum von Iveragh ist Killarney, ein lebendiges kleines Städtchen mit den notwendigen Einkaufsmöglichkeiten, und den obligatorischen Pubs – vor der Stadt liegt eine Parklandschaft mit drei idyllischen Seen, wo man sich wie Damen und Herren der Gesellschaft in der Sommerfrische fühlen kann.

 

 

Ring of Kerry

Anreise:

Direktflüge nach Cork (ca. 100 bis 120 Kilometer von den Halbinseln entfernt) gibt es von Frankfurt aus, außerdem fliegt Ryanair von Hahn nach Kerry, direkt auf Iveragh gelegen.

 

Reisezeit:

Im Hochsommer ist zumindest der Ring of Kerry sehr stark frequentiert; wegen des milden Klimas empfiehlt sich der gesamte Südwesten Irlands besonders im Herbst und auch noch im Winter. Nur in Ausnahmefällen wird es kälter als sechs Grad.

 

Unterbringung:

Auf den drei Halbinseln gibt es außergewöhnlich viele Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen. Besonders empfehlenswert: Das mehrfach ausgezeichnete Fortview House, ein liebevoll saniertes Farmhouse im Nirgendwo vor Toormore auf Mizen Head. Das Frühstück von Violet Connell lässt wirklich keine Wünsche übrig. www.fortviewhousegoleen.com

 

 

Weitere Informationen

Irisches Fremdenverkehrsamt: 069 / 66800950

www.tourismireland.de

www.corkkerrytourism.ie