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wrackangeln

Malediven-Reise Teil 5

Der Tag der Heimreise kam näher, wir mussten langsam zurück in Richtung Male. Der Wind hatte am vorletzten Abend deutlich nachgelassen und so erlebten wir am Außenriff nochmals eine wahre Sternstunde der Fischerei.

Wieder war fast jeder Wurf ein Volltreffer, zum Teil drillten 2,3,4 Mann gleichzeitig einen Fisch. Ich hatte das Vergnügen einen wahren Ausdauerexperten an den Haken zu bekommen. Während ich dieses eine Exemplar am Haken hatte kamen Robert 4x, Kai 3x und Andreas 3x mit jeweils frischem Fisch im Drill zu mir ans Heck und lachten.

Dieser GT war der einzige bei dem ich Ibrahim darum bitten musste einige Meter zurückzufahren.

Während des Drills immer wieder hoffen, bangen und seltsame Gedanken. Ist es nun doch noch der ganz große Kracher?? Oder doch nur ein kleinerer der in der Flanke hing??

 

Kai hatte genau das nämlich schon erlebt, er hing fast 1 stunde an einem (vermeintlichen) Riesenfisch. Auch er dachte an den 50 Kilo GT, die Großmutter aller GT`s, auch er schickte das Boot rückwärts. Umso größer dann die Enttäuschung und das Gelächter, als nach über 1 Stunde ein kleiner Bluefintreavalley von gerade mal 6-7 Pfund an Bord kam. Den Haken hatte er in der Seite hängen, daher der außergewöhnlich lange und harte Drill.

 

Mein derzeitiger Gegner machte jedenfalls keinerlei Anstalten sich schon zu ergeben. Zentimeter für Zentimeter musste ich mir die Schnur schwer zurückerobern, immer wieder flüchtete der Fisch erneut in die Tiefe. Wie lange das Tauziehen definitiv dauerte weis ich nicht mehr so genau. Wie gesagt, der Wind war weg, die Sonne brannte unerbittlich, die Temperatur war deutlich über 30°C.

 

Und dann hast du mitten auf dem Meer so einen gnadenlosen Fisch am Haken. Deine Arme gehorchen dir irgendwie schon lange nicht mehr richtig, der schweiß, das Salzwasser, die Sonnencreme brennen dir höllisch in den Augen. Hier fragt sich dann auch der besessentste Angler zwischendurch „warum tue ich mir das eigentlich bloß immer wieder an?“

 

Du hast noch keine vernünftige Antwort gefunden, aber irgendwie pumpst du trotzdem weiter. Du bemerkst irgendwann am Verhalten das auch dein Gegner nicht mehr ganz taufrisch ist. Die von ihm geschwommenen Kreise werden enger, die kräftigen Ausbrüche seltener. Die umstehenden erkennen endlich die silbernen Flanken des Fisches in der Tiefe …“good size, very good size ..“sagen sie und genau das gibt dir dann noch einmal einen kick, einen letzten Adrenalinschub, genau das bringt dich dazu deine allerletzten Reserven auszupacken. Die Muskeln in deinen Armen werden allmählich hart, trotzdem willst du diesen Fisch unbedingt bezwingen.

 

Jetzt kannst auch du ihn schon sehen, deine Arme fangen aber unter der enormen Belastung langsam an zu zittern. Sobald er aber mit dem Kopf aus dem Wasser kommt weißt du, dass du den Kampf doch noch gewonnen hast. Ganz leicht, fast schwerelos lässt er sich plötzlich über das Wasser ziehen. Die Anspannung, die Schmerzen, das alles weicht im nächsten Moment einem einzigartigen Glücksgefühl. Ja, ich gebe es hier offen, ehrlich und öffentlich zu: Ich bin ein absoluter Fischjunkie.

 

Übrigens…der Fisch war richtig gehakt und hatte „NUR“ rund 25 Kilo. Das erste Mal in diesem gesamten Urlaub habe ich nach diesem langen Kampf die Rute in die Ecke gestellt. Alles, wirklich alles tat mir höllisch weh.

 

Die Arme, die Augen, die Beine, die Finger. Bis ich schon wieder Ibrahims ruf hörte: “Big One, Big One. comming, comming…..fast, fast…...” Welchen echten Süchtigen kann es denn dann noch auf seinem Platz halten wenn diesen ruf hört?

 

Wieder konnten wir rund 40 Fische innerhalb von nur 3 Stunden verhaften. Unser Urlaub neigte sich nun aber doch unaufhaltsam und unwiderruflich dem Ende entgegen. Das gesamte Material wurde soweit wie möglich gereinigt und wieder Transportfertig verstaut. Noch ein kurzer Abschiedsbesuch in MALE, mit besuchen des Frucht- und des Fischmarktes wo wir ein paar Spezialitäten probieren und kaufen konnten, des Souvenirgeschäftes und einiger Sehenswürdigkeiten bescherten uns noch einen tollen Tag.

 

Am Abend vor der Heimreise konnten wir es dann doch noch nicht endgültig sein lassen, direkt vor dem Flughafen fischten wir mit Handleinen bis weit in die Nacht hinein. Noch einmal genossen wir die Wärme, den Geruch, die Natur. Gefangen haben wir auch noch etwas brauchbares, allerdings keinen Fisch.

Mit einem dicken Stück Bonitofleisch konnten wir eine riesige Languste verführen. Unser endgültig letzter Fang für dieses mal, nicht mal ein Fisch.

Fazit:

Malediven - Strand

Eine (trotz der Umstände) tolle Reise an ein fantastisches Ziel. Unsere Fangliste wies am Ende der Reise „nur“ 250 gefangene Fische aus (wobei vielleicht einige im Eifer des Gefechtes nicht mehr eingetragen und vergessen wurden).

 

Auf jeden beim Popping gelandeten Fisch kamen unseren Schätzungen nach aber etwa 5-6 Attacken/Einsteiger/Aussteiger. Das Trolling war dieses mal wohl eher etwas schwächer einzustufen, aber die Gesamtstatistik wird wohl auch durch die Tatsache etwas verwässert das wir von unseren insgesamt 12 Tagen auf dem Boot (wegen des windes) nur 3 Tage an den wesentlich besseren Außenriffen verbringen konnten.

 

Über welches Potenzial die Malediven wirklich verfügen, dafür setzten allerdings dann gerade diese 3 „Offshore“ Tage ein sehr deutliches Zeichen. Wir jedenfalls werden die Malediven schon sehr bald wieder besuchen um uns mit den unbändigen Fischen dort zu messen. Auf dieser Reise sind den Fischen nur 3 Rollen und 1 Rute sowie ca. 20 Popper zum Opfer gefallen.

 

Die Ruten (ZEBCO RHINO CATFISH, 2,85 m, WG 300 g, 2-teilig) und Rollen (CABO 60) die ZEBCO uns zur Verfügung gestellt hatte waren für diese Art der Extremfischerei wirklich sehr gut und aller bestens geeignet. Die CABO Rollen sind von der soliden Bremse und vom Getriebe her sehr robust und stabil ausgelegt, einzig die (etwas) kurze Übersetzung sowie die (etwas) knappe Schnurfassung (bei der verwendeten 0,45er) könnten (für diesen speziellen Zweck) noch ein wenig verbessert werden. Wir bespulten die CABO`s einfach mit der etwas dünneren (0,35er) QUATTRON (von der Tragkraft her immer noch ausreichend..) und erreichten auf diesem kleinen Umweg auch eine ausreichende und zufrieden stellende Schnurmenge.

 

Trotz der beiden Punkte können wir diese Ruten-, Rollen-, Schnurkombination mit bestem Wissen und Gewissen allen Anglern die so eine Reise planen ans Herz legen. Das Preis-, Leistungsverhältnis ist insgesamt sehr gut, unser Abschließendes Urteil daher: SEHR EMPFEHLENSWERT!!!

 

Interesse daran bekommen dieses Abenteuer auch selbst einmal zu erleben?? Informationen zu Terminen, freien Plätzen und Preisen bekommt ihr ab sofort über PM oder Mail direkt bei mir. Und den Ratschlag, sich vor der Reise rechtzeitig in einem Fitnesstudio anzumelden bekommt ihr schon jetzt.

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