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wrackangeln

Maledivenreise Teil 2

Während also dieser Teil der Mitreisenden doch und entgegen dem Rat Ibrahims mit dem Beiboot zum Shopping fuhr, fingen Sven und ich an die Ruten und Rollen zu montieren.

Ich hatte wie abgesprochen mein Light- Tackle Material dabei. 2 Penn Millennium Ruten in der 30 lbs. Version mit 2 Penn 20 T Rollen, des weiteren 2x die Penn Millennium in 20 lbs. mit 2x Penn 12 LT. Die schwereren sind für den Fang von kleinen Thunen, Wahoo, Dorade und Barrakudas gedacht und bestens geeignet, die ganz leichten wollen wir für den Fang von Bonitos zu Köderzwecken, zum abendlichen Grundfischen so wie zum „mal sehen was beißt“ fischen verwenden.

Sven steuert die etwas schwereren Ruten und Rollen bei, er hatte jeweils 2 Kombinationen mit 30er bzw. 50er Tiagras im Programm.

 

Zum Popperfischen hat uns ZEBCO EUROPE für alle Angler Ruten aus der RHINO CATFISH Serie sowie Rollen aus der CABO Serie zur Verfügung gestellt. Alle Rollen wurden von uns kurz vor der Reise mit 35 Kilo tragender QUATTRON bespult, auch diese geflochtene stammte wie alle unsere Popperkomponenten ebenfalls von ZEBCO. Eine zum Popperfischen wirklich sehr gut geeignete Kombi, doch dazu später mehr.

 

Als wir mit dem zusammenrichten der gesamten Trollingruten fertig sind, kommen auch endlich auch unsere Mitfahrer vom Einkaufen zurück. Jeder von Ihnen hat immerhin doch noch 2 Popper erstanden….. Also kann es nun, mit knapp 4 Stunden Zeitverlust, endlich in Richtung Nord-Male –Atoll gehen.

 

4 Stunden sind im Urlaub eigentlich nicht sehr viel, allerdings sollten wir diese kleine Verspätung im weiteren verlauf der Reise (leider) doch noch sehr deutlich zu spüren bekommen….. Kaum das wir den Jachthafen verlassen und uns zwischen den Frachtschiffen hindurchgemogelt haben, bringen Sven und ich die leichten Schleppruten mit kleinen Oberflächenködern aus.

 

Den Zielfischen Bonito oder kleinem Yellowfinthun entsprechend verwenden wir hierfür meine leichten Ruten und Rollen, denn wir halten es entgegen anders lautender Meinungen einfach für übertrieben, im Atoll (wo eigentlich keine wirklichen Großfische zu erwarten sind) mit 50er oder sogar mit 80er Gerät zu schleppen. Fischen soll ja in erster Linie Spaß machen, und wer schießt schon freiwillig und aus Spaß mit Kanonen auf Spatzen ??

Der Erfolg der Methode gibt uns nach gerade mal 30 Minuten recht, ein schöner Fisch bringt die kleine Penn das erste mal kurz und sehr heftig zum kreischen. Allerdings wirklich nur kurz, denn dann ist der Fisch samt meinem Lieblingsschleppköder (Catchy-Tackle) weg……

 

Er hat das zum riggen des Köders verwendete 1,2 mm Stahlvorfach einfach durchgebissen. Das ist zwar nicht wirklich nett von ihm, aber das war nicht das erste und ganz sicher auch nicht das letzte Mal das bei Fischen so etwas passiert.

 

Also geht die Fahrt zügig weiter, die Köder laufen wieder vollzählig, dann knallt schon wieder etwas an die leichte Rute. Nichts wirklich großes, aber dieses mal ist unser erster auf den Malediven gefangener Fisch (wie fast immer) ein Bonito, rund 3 Kilo schwer und an leichtem Gerät auch ein halbwegs würdiger Gegner.

 

Nach rund 2 Stunden Fahrt machen wir dann auch schon den ersten Stopp zum Poppern. Während ich noch die Schleppruten einhole werfen die anderen schon fleißig die großen Popper auf das kleine Riffdach. Am Übergang vom flachen Teil des Riffs zum Tiefenwasser, genau dort wo die Strömung auf das Riff trifft, dort stehen die Futterfische und dort lauert dann auch einer der stärksten (wenn nicht sogar DER STÄRKSTE) Sportfisch den es gibt, der GT.

 

Auch dieses mal ist es so, schon nach wenigen würfen knallt es gewaltig. Mehrere GT´s verfolgen Svens Popper, wieder und immer wieder schnappen sie danach ohne ihn jedoch richtig zu fassen zu bekommen. Auch an Kai`s Rute der erste Kontakt, leider waren auch hier die Attacken nicht zu verwerten. Nach weiteren Angriffen auf die Popper beschließt der Skipper dann weiterzufahren und ein anderes Riff zu suchen.

Weiter geht die Fahrt also durch das Atoll in Richtung Norden, wieder laufen die Schleppköder. Da es hier unzählige kleine Unterwasserriffe gibt (an denen sich sehr viele Futterfische versammeln) haben wir hier auf Rapalawobbler umgestellt. Auch hier liegen wir richtig, die 12 LT meldet laut und durchdringend einen biss. Es scheint auf jeden fall etwas Besseres zu sein, denn die leichte Rute hat ordentlich zu tun.

 

Kai gibt alles und kann so nach wenigen Minuten den ersten wirklich brauchbaren Fisch auf die Planken legen, einen etwa 1 m langen Wahoo. Am dem leichten Gerät schon so etwas wie ein richtiger Gegner, von unserem Koch Susan indisch/scharf zubereitet dann beim Abendessen auch ein echter kulinarischer Genuss.

 

Zum Verteilen der Bisse/Ruten auf die einzelnen Angler sollte man vielleicht noch so viel sagen: Auf den meisten Charterbooten (Daycharter) werden vor der Ausfahrt entweder die Ruten oder aber die Reinfolge der Bisse verlost.

 

Dort geht es dann aber meistens nur um 6,8 oder maximal 10 stunden Törns. Wenn du also dort Pech hast kann es sein, das du (wenn die Ruten verlost wurden), deinem Mitfahrer 6x begeistert beim drillen zusehen darfst, während deine Rute und Rolle 10 Stunden mucksmäuschenstill in ihrem Halter steht. Oder, wenn die Bisse verlost wurden hast du dann das glück das du ganze 4 Bonitos drillen darfst, während dein Mitfahrer sich über „nur“ 3 Sailfische „ärgert“.

 

Daher hatten wir bei allen unseren bisherigen Reisegruppen eine für alle beteiligten wesentlich befriedigenderen Lösung gesucht –und sie auch gefunden. Wir haben diese damals kurzerhand die “ich – gönne – dir – auch – einen – guten – fisch – Lösung “ genannt. Das Prinzip ist sehr einfach und eigentlich auch für Nichtjuristen leicht verständlich: Die richtig guten Fische wie Wahoo, Sail, Barracuda, Thun, Dorade (diese sieht man ja relativ häufig beim biss), werden in einer stabilen reinfolge FAIR auf alle Mitfahrenden Angler verteilt.

 

Die kleineren Beifänge wie Bonitos, Skipjacks, Red Snapper, GT usw. drillt einfach immer der der gerade an den Ruten aufpasst bzw. gerade Lust auf so einen Minidrill hat. Bei den vielen Fischen die dazwischen beim Poppern gefangen werden ist und war es nicht immer ganz einfach jemanden dafür zu finden….. So vermeidet man unter „normalen“ Anglern ganz einfach, das ein Pechvogel in der Gruppe ständig nur Kleinzeug drillt während die anderen Kollegen die Dickfische auf die Liste schreiben……

 

Dieses System fanden alle unsere bisherigen Gruppen sehr gut und sehr fair, daher wurde es auch allgemein sofort akzeptiert und sehr gerne angenommen. Auch auf allen unseren weiteren Reisen werden wir daher so verfahren.

 

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