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wrackangeln

Malediven-Reise Teil 3

Malediven. Fotos: Christian Seidl

Wie dem auch sei, viel zu schnell neigte sich unser erster Tag dem Ende entgegen. Da wir mit dem warten in Male 4 Stunden Fahrzeit verloren hatten und eine Channellüberfahrt im Dunkeln bei der Wetterlage völlig unmöglich war, mussten wir die Nacht auf halber Strecke und mitten im Atoll verbringen. Zum Nachtfischen war das ja in Ordnung, leider fehlte uns der nun insgesamt verlorene halbe Tag in der Folgezeit immer mehr.

Mit dem neuen Tag schafften wir dann (bei schon relativ rauer See) gerade noch den Sprung über den breiten Channell in das nächste Atoll, leider nahm der Wind um uns herum immer weiter zu und so wurde relativ schnell klar das wir unser eigentliches Ziel, das Nördlichste der Maledivenatolle bei dieser Wetterlage wohl nicht mehr erreichen würden.

 

Auf der Überfahrt haben wir natürlich auch wieder geschleppt, wie immer wenn es über offenes Wasser geht hatten wir die schwereren Ruten und die Oberflächenköder gewählt. Zusätzlich, weil sehr viel Treibholz unterwegs war, liefen auch 2 Rapalas im Kielwasser. Als wir eng an einem relativ großen Baum vorbeifuhren hat es dann auch sofort darauf geklingelt, vermutlich hatte sich eine große Dorade den Köder geschnappt. Andreas gab sein bestes, aber leider ging der Fisch trotzdem im drill verloren. Unter günstigeren Bedingungen hätten wir um diesen Baum bestimmt noch ein paar runden gedreht, da wir aber schnellstens weiterkommen mussten verzichteten wir darauf und fuhren weiter Richtung nächstes Atoll.

 

Doch auch so hat es noch geklappt, Robert konnte im weiteren verlauf der überfahrt doch noch eine fette Dorade zu einem Besuch an Bord überreden. Am Abend war dieser Fisch dann beim Essen unser Ehrengast, er war in handlichen streifen geschnitten, mariniert, paniert und frittiert ein absolutes Gedicht……

 

Bevor es aber so weit war konnten wir noch das erste Highlight unserer Reise erleben. Wir konnten nämlich auf dem Weg zur Heimatinsel unseres Skippers noch einige Stopps zum Poppern einlegen. Am frühen Nachmittag standen wir an einem der kleinen Riffe plötzlich mitten im Fisch, fast jeder Wurf mit dem Popper brachte mehr oder weniger heftige Kontakte. Bluefin, Rainbow Runner, GT, Red Snapper, sie alle ließen sich von den über das Wasser flitzenden Ködern verführen. Wir verbrachten die folgende Nacht (nach einem ausgiebigen und äußerst leckeren Essen) im Hafen.

 

Am nächsten morgen ging es gegen 7.30 Uhr los, wie immer auf der Anfahrt zu unseren Popperstellen schleppten wir schon ab der Ausfahrt aus dem Hafen Wobbler. Ich halte gerade die dritte Angel zum hinauslassen in der Hand, da meldet sich schon der erste Fisch des Tages. Da die anderen Angler noch in den Betten liegen übernehme ich ausnahmsweise den Drill, der mittelprächtige Barracuda ist an der 30er schnell und problemlos bezwungen. Da der Drilling ganz knapp gefasst hat gilt für ihn „C+R“.

 

Auf der Weiterfahrt hatten wir noch einige kleinere Einsteiger, leider bissen die Fische so spitz das sie sich nicht richtig anhakten. Ganz anders dann unser Frühprogramm beim Popperfischen. Wenige Attacken, aber wenn die Bugwelle hinter dem Popper auftauchte hingen die Fische auch meistens. Das lag zum einen sicherlich an der Gier der Fische, zum anderen an den von Andreas mitgebrachten und zusätzlich montierten Einzelhake. Sehr viele Fische hingen nicht am Drilling, sondern eben nur an den eingeschlauften Gamakatsus.

 

Da die Fischaktivität gegen Mittag wieder spürbar nachgelassen hat, legten wir uns zum Mittagessen und zur Siesta in den Windschatten einer kleinen Insel die die äußerste Begrenzung des Atolls bildet.

 

Von diesem Ankerplatz aus konnten wir sehr gut die großen Wellen sehen, die mit weißen Schaumkronen auf der anderen Seite des Außenriffs einliefen. Genau dort, dort stehen die richtigen Gegner deretwegen wir hierher gekommen sind. Gewaltige GT´s die schon mehr als eine ungeeignete Ausrüstung in die ewigen Fischgründe geschickt haben. Zu unserer Überraschung entschließt sich Ibrahim auch dazu, nach der Mittagspause mit uns dort hin zu fahren, trotz des relativ heftigen Seegangs. Ein echter Glücksfall wie sich in den folgenden Stunden herausstellen sollte.

Aufgrund dieser Ansage ging das Essen relativ schnell, alle Angler waren heiß darauf hinauszukommen und ein paar richtige Kampfmaschinen an die Ruten zu bekommen. Also Vollgas hinaus, der erste Stopp lässt nicht lange auf sich warten. 5 Popper fliegen gleichzeitig weit in Richtung Riffkante, schon Sekundenbruchteile nach dem Aufschlag sind 2 davon in riesigen Wasserfontänen verschwunden. Auch die anderen kommen nicht weit, nach ein paar Metern ist Schluss mit lustig. 5 Fische gleichzeitig im Drill, Jagdfieber.

Die ersten Fische kommen ins Boot, schon wesentlich größer als ihre „Kameraden“ im Atoll. Abhaken, zurück auf das Vordeck, Wurf, rumms…..der nächste Fisc.h

 

Dazwischen müssen wir das Boot immer nur wenige Meter verlegen, auf dem Außenriff stehen die Fische fast gestapelt. Andreas setzt erneut zum Wurf an, im gleichen Moment will der Skipper gerade wieder verlegen. Na gut, wenn der Popper schon fliegt warten wir doch noch eine Sekunde. Eine weise Entscheidung.

 

Aufschlag, Andreas kurbelt, eine gewaltige Bugwelle fegt den Popper von der Wasseroberfläche. Die Bremse (wie immer hammerhart eingestellt) singt in den höchsten Tönen. Rasend schnell sind knapp 200 m der geflochtenen im tiefen blau verschwunden. Ehe der Fisch aber zum stehen kommt folgen ihnen noch einmal rund 100 Meter, „Big One, Big One.“ stellt unser Skipper mit einem grinsen im Gesicht fest.

Und wie immer sollte er Recht behalten.

 

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