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wrackangeln

Malediven-Reise Teil 1

Malediven - Male. Fotos: Christian Seidl

Donnerstag, den 3.02.2005, 9.30 Uhr

 

Deutlich spürbar verlangsamt der Pilot nach rund 10 Stunden Flug die Geschwindigkeit des Airbus. Auf den Monitoren in der Kabine kann jeder der 280 Passagiere selbst genau verfolgen wie die Maschine langsamer wird und mit dem Sinkflug beginnt. Wir befinden uns im Landeanflug auf ein absolutes Traumziel, und das nicht nur für Angler. In wenigen Minuten werden wir auf dem MALE INTERNATIONAL AIRPORT auf den MALEDIVEN landen….

Über ein Jahr nachdem wir uns zu dieser Reise entschlossen haben, sind wir nun endlich am Ziel. Wir, das sind fünf fanatische Angler aus ganz Deutschland. Kai aus Kassel, Andreas aus Bremen, Robert aus Heidelberg, Sven und meine Wenigkeit aus Karlsruhe.

 

Wir alle sind hier, um uns vielleicht ein paar Anglerische Träume zu erfüllen und uns mit einigen der stärksten Fische überhaupt zu messen. Während des Landeanfluges sehe ich die ganze Zeit wie gebannt aus dem Fenster, ich kann meinen blick einfach nicht abwenden. Was für eine Natur, was für ein überwältigendes Farbenspiel….

 

Die Atolle die wir gerade überfliegen leuchten wie vielfarbige Smaragde in den schönsten grün- und Türkis-Tönen, dazu bildet das tiefe, dunkle blau des umgebenden Indischen Ozeans und die blendend weißen Strände einen fast unwirklichen Kontrast. Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann muss es wohl hier sein.

50 Meter, 30,10……Touchdown…. Pünktlich um 9.40 Uhr setzt unser Flug LH 3326 auf dem kleinen Rollfeld der Flughafeninsel Hulule auf.

 

Nachdem die übliche Prozedur an Bord abgeschlossen ist öffnen sich dann endlich die Türen des Flugzeugs und wir betreten die kleine Gangway. 30 stufen hinunter, dann der schon erwartete Klimaschock…. Beim Abflug in Frankfurt betrug die Lufttemperatur etwa 3 ° C bei 10% Luftfeuchte, nun stehen wir hier auf der Landebahn bei etwa 35°C und einer 95%igen Luftfeuchtigkeit. Bedingungen also, die unsereins zuhause wohl wirklich nur in tropischen Gewächshäusern antreffen wird.

 

Wir betreten die kleine Ankunftshalle, und bis unsere Reisepässe begutachtet und gestempelt sind laufen auch schon unsere Koffer auf den Gepäckbändern an uns vorbei. Innerhalb weniger Minuten sind alle glücklich, denn auch alle Gepäckstücke sind wohlbehalten und unbeschädigt angekommen. Ein letzter Einreisecheck, noch einmal werden alle Gepäckstücke vom heimischen Zoll durchleuchtet.

 

Auch hier ist alles in Ordnung, lediglich Roberts Reiserute (vielmehr das Futteral) Sorgen kurz für fragende Blicke des Flughafenpersonals. „Gun-Fishing is not allowed at the Maldives….!“,so der Kommentar. Als Robert das Futteral öffnet und eine „normale“ Rute zum Vorschein kommt sind die Zöllner beruhigt und so dürfen wir passieren.

Direkt hinter diesem Kontrollpunkt werden wir auch schon von Mohamed Abdullah, unserem Freund und Besitzer des Feriendhonis, erwartet. Die Begrüßung ist wie immer sehr herzlich, die üblichen Fragen zum allgemeinen Wohlbefinden und zur Familie werden beiderseits höflich gestellt und ebenso höflich beantwortet.

 

Mohamed hat es auch (wie immer) recht eilig, daher hat er für unseren kurzen Transfer vom Flughafen zum Seehafen und somit zu unserem Boot schon ein Wassertaxi bereitgestellt. Die Besatzung des Gefährts bekommt sich vor Lachen fast nicht mehr ein, denn es gilt deutlich mehr als 500 Kilo Gepäck für gerade mal 9 Personen und 14 Tage an Bord zu bringen. Als das mit unserer tatkräftigen Hilfe innerhalb von 10 Minuten passiert ist geht es durch den kleinen Vorhafen hinaus in den großen Handelshafen von Male. Viele Dutzend von Schiffen liegen hier, angefangen von kleinen 6 Meter Dhonis über große Frachtschiffe, die die Inseln mit allen lebensnotwendigen Gebrauchsgütern versorgen bis hin zu riesigen Passagier- und Kreuzfahrtschiffen.

 

Zu unserem Erstaunen ist auch das ehemalige „ZDF“- Traumschiff, die MS Astor derzeit zu Gast auf den Malediven. Zwar ist sie ein wenig in die Jahre gekommen, aber sie ist auch immer noch schön und ein echter Hingucker.

 

Das Taxi nimmt nun Kurs auf den neuen Jachthafen von Male und wir saugen die ersten Eindrücke in uns auf. Es geht vorbei an den eleganten und futuristisch neuen Hotels, dem Fischereihafen, den langen und geschäftigen Promenaden, bis wir schließlich die große goldene Kuppel der Moschee sehen. Genau davor befindet sich der Jachthafen und dort liegt auch unser Boot, die „Mas Hibaru“.

 

Als wir ankommen werden wir von unserem Skipper Ibrahim und der Crew (Koch Susan, Mate Hussein und Bootsjunge Mohamed) empfangen. Auch sie grinsen wieder einmal nur beim Anblick unserer Gepäckmenge, das umladen mit vereinten Kräften ist aber auch hier kein Problem.

 

Zur Begrüßung gibt es für alle wieder frische Kokosmilch direkt aus der Nuss und leider auch gleich eine schlechte Nachricht von Ibrahim: Anders als ursprünglich via Mail mit Ihm vereinbart, werden wir leider doch nicht in den (im Februar/März deutlich besseren) Süden der Malediven fahren können, da es dort nach dem Tsunami immer noch Probleme mit der Trinkwasserversorgung gibt.

 

Da wir diese Problematik absolut verstehen, stimmen wir unserem erfahrenen Skipper zu und legen gemeinsam das nördlichste der Maledivenatolle als unser neues Reiseziel fest. Da uns unser Weg dorthin auch über einen sehr breiten und ohnehin sehr unruhigen Channell führen wird, drängt Ibrahim auch aufgrund der aktuellen Windvorhersage auf einen schnellstmöglichen Aufbruch.

 

Leider war ein kleiner, unerfahrener Teil unserer Gruppe sehr uneinsichtig und beharrte darauf, trotz der glaubwürdigen Aussagen unseres erfahrenen Skippers erst noch (wie auch ursprünglich abgesprochen), den Angelladen in Male aufzusuchen.

Wirklich nötig gewesen wäre der Besuch dort (der uns mindestens einen halben Tag Fahrtzeit gekostet hat) eigentlich nicht, da wir alle erforderlichen Angelgeräte ja mehr als ausreichend aus Deutschland mitgebracht hatten. Einzig die Popper (in Deutschland nicht erhältlich) hätten vielleicht ein Problem dargestellt, aber diese hatte Sven uns in weiser Voraussicht und in einer für alle Angler mehr als ausreichenden menge (rund 100 Stück) bereits von Ibrahim besorgen und schon aufs Boot bringen lassen.

 

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