Direkt zum Inhalt springen
wrackangeln

Auf der Jagd nach dem Esox lucius - Anglerparadies Lough Erne in Irland

Ein schöner Hecht
Ein schöner Hecht (Esox lucius)

Ein Erlebnisbericht von Kalle Schlabach (Siegen)

Leise stampft der Dieselmotor unserer kleinen Angelyacht der "Carlow" Klasse vor sich hin. Seit drei Stunden sind wir unterwegs von Tully - Bay in Richtung Belleck. Nur ein paar Kormorane lassen sich von uns stören.

Die milde Luft macht müde. Wir sind zu dritt an diesem Oktobertag in Nordirland unterwegs und haben nur ein Ziel vor Augen: Kräftige Hechte aus dem Wasser zu ziehen. Das Wolkenbild am Himmel ändert sich fast jede Stunde.

Jetzt türmen sich ein paar dicke dunkle Wolken am Horizont auf. Hubertus Dornseifer ist heute für das Boot verantwortlich. Der 53-Jährige ist Inhaber eines Angelgeschäfts in Siegen ein Irlandkenner wie er im Buche steht.

Blick auf die Anlage
Blick auf die Anlage

Seit über 20 Jahren hält er sich Jahr für Jahr mehrere Wochen im Nordwesten Irlands auf und führt dort kleinere Anglergruppen. Seit etwa 8 Jahren ist Tully - Bay sein Ausgangspunkt für spannende und erfolgreiche Angelreisen. Dort hat Charly Park insgesamt vier sehr schöne Ferienhäuser zur Vermietung gebaut. Direkt am See gelegen mit eigenem Bootsanleger.

Gut ausgeschilderte Wasserwege machen es den Anglern einfach sich auch zwischen den 170 kleinen Inseln des Erne zurecht zu finden.

In diese idyllische Ruhe hinein platzt wie aus heiterem Himmel der erste Biss des Tages.

 

Boot am Lough Erne
Boot am Lough Erne

Der Hecht zieht bereits kräftig Schnur und lässt sich dann für einen kurzen Augenblick über dem Wasser sehen. Schnell ziehen Philipp und ich die beiden anderen Ruten ein. Die Bremse ist zu fest. Das wäre bald ins Auge gegangenen. Doch Hubertus, dem der erste Drill des Tages gehört, reagiert schnell. Gibt dem Hecht Luft.

Meter für Meter zieht er den Jäger in Richtung Boot. Der Wobbler sitzt fest. Der erste Hecht unseres einwöchigen Angelurlaubs auf der grünen Insel hat keine Chance. Vorsichtig hebt Philipp unser 22-jähriges Reiseküken den Hecht an Bord. 86 Zentimeter ist er lang. Herrlich in den Farben und gut im Futter.

Vor dem Zurücksetzen wird gewogen
Vor dem Zurücksetzen wird gewogen

Da wir auch in diesem Jahr uns ganz dem Motto verschrieben haben Catch and Release,

als fangen und wieder behutsam freilassen. lässt sich das Gewicht nicht feststellen. Die ersten Fotos werden gemacht dann geben wir dem prächtigen Hecht wieder die Freiheit zurück. Er schüttelt sich kurz im Wasser und taucht dann ab. Wir haben dem „schillernden Wolf“ die Freiheit zurück gegeben. Ein gutes Gefühl.

Schnell ist die Yacht wieder auf Kurs gebracht, die Angeln ausgeworfen. Leichter Wind kommt auf. Die Wobbler ziehen in einer Tiefe zwischen drei und vier Metern hinter uns her. Die richtige Wassertiefe um den Esox lucius gierig zu machen.

In dieser Woche haben wir uns ganz auf den Unteren Lough Erne eingestimmt. Die Strecke von Belleck bis Enniskillen ist unser Revier. Noch zwei kleine Hechte fangen wir an diesem Tag. Einen Fünfpfünder nehmen wir mit, der soll am Abend in der Pfanne landen und uns schmecken.

Hecht im Drill
Hecht im Drill

Am nächsten Tag geht es erneut in Richtung Belleck. Auf dieser Strecke, entlang der Seestraße sind viele Untiefen. Hier warten die Räuber gerne auf ihre Beute. Und heute sollte für uns ein erfolgreicher Angeltag werden. Es ist bereits nach Mittag als sich die Rute von Philipp kräftig verbiegt. Es muss ein Kapitaler sein, die Bremse ruckt. Der Raubfisch zieht Meter um Meter Schnur von der Rolle. Dann zeigt er sich. Woww, ein prächtiger Hecht. Doch er will noch lange nicht aufgeben. Gut 10 Minuten braucht Philipp um ihn soweit zu ermüden. das er den Kerl ans Boot drillen kann. Ein bis zwei Meter vor dem Boot gibt des Esox noch mal alles, zieht unter die Yacht, die Rute biegt sich beängstigend, doch das Material hält. Die 35-er Schnur ist zum zerreißen gespannt.

Schöner Tag auf dem Lough Erne
Schöner Tag auf dem Lough Erne

Wir können den 1-Meter-Hecht an Bord heben. Der Drilling der vorne im Maul sitzt, wird schnell gelöst. Dann lassen wir den Burschen zurück ins braune Moorwasser. Zurück auf Kurs dauert es keine zehn Minuten bis uns der nächste Biss auf Trab bringt. Diesmal bin ich an der Reihe. Und es sollte ein noch größerer Hecht sein, der für den Adrenalinschub sorgt. 1,10 Meter zeigt unser Zollstock an. Ein Hecht wie aus dem Bilderbuch. Auch ihm geben wir selbstverständlich die Freiheit zurück.

Wir sind in der Woche viereinhalb Tage auf dem See unterwegs gewesen. Insgesamt konnten wir 18 Hechte fangen. Einen haben wir für den Abendtisch mitgenommen. Das Gebiet zwischen Belleck und Enniskillen ist gut zweieinhalb Autostunden vom Flughafen Dublin entfernt. Es ist Grenzgebiet zwischen Nordirland und der Republik Irland. Neben Hechten sind es vor allem schwere Seeforellen (bis zu 10 Pfund), die diesen Bereich zu einem echten Angelparadies machen.