Direkt zum Inhalt springen
wrackangeln

Italien - Molenfischerei oder Big Game?

Angler in Polignano
Angler in Polignano

In Italien unterscheiden sich die Methoden und das Gerät für das Meeresangeln deutlich von denen in Mitteleuropa. Das heißt nicht das man ohne Angelausrüstung reisen muß. Allerdings sollte man eher die Süßwasserangeln einpacken. Das liegt an dem oft sehr klarem Wasser, an der geringeren Strömung und an den vorsichtig beißenden Fischen.

Es wird in Italien mit Erfolg in Häfen oder von Molen aus gefischt, aber auch die Felsküsten sind ein beliebtes Revier.

Für die meisten Arten der Meerbrassen nimmt man 0,16 bis 0,20 mm monofile Schnur und Haken der Größe 6-8, leicht und mit langen Schenkeln. Wenn man speziell auf Goldbrassen fischt werden 2-6er Haken mit kurzem Schenkeln bevorzugt. Goldbrassen beissen durchaus auch tagsüber, während Marmorbrassen eher in der Dämmerung beißen.

Von den Felsen die nicht mit Sonnenhungrigen bevölkert sind, kann man es auch einmal tagsüber versuchen. Vor allem die Tage nach einem Sturm sind oft erfolgreich, weil die Fische durch die frei gespülte Nahrung angelockt werden. Felsen haben auch den Vorteil der direkten Nähe zu tieferem Wasser, so das der Angler nicht so weit auswerfen muss. Außerdem finden Fische zwischen den Felsen Nahrung und Schutz.

Natürlich kann der Urlauber auch eine Ausfahrt mit einem Angelboot buchen. Wenn auf Makrelen, Barracudas oder Meerbrassen gefischt werden soll muß das Gerät nicht besonders kräftig sein. Eine 15 bis 20lbs Ausrüstung wird reichen. Bei dieser Art zu angeln wird oft das Driftfischen ausgeübt. Meist über felsigem Grund kann das Angeln sehr kurzweilig und erfolgreich sein. Stundenlanges warten auf einen Biß gibt es seltener und bei leichtem Gerät macht das Angeln viel Spaß.

Big Game

Wenn allerdings Zackenbarsch, Hai oder Thun der Zielfisch ist, sollte das Gerät entsprechend schwer sein. Je nach Größe der zu erwartenden Fische sollten 50 bis 130lbs Ruten und Rollen verwendet werden.

 

Es werden nicht jeden Tag die ganz Großen beißen, aber wenn dann kann man sich auf sechs bis siebenstündige Drills einstellen. Eine Garantie am Ende auch Sieger zu bleiben gibt es aber nicht. Der Angler wird außer dem obligatorischen Erinnerungsfotos auch einen ausgewachsenen Muskelkater mitnehmen. Im Gegensatz zu den Angeltouren in Mittel- und Nordeuropa bleibt die Beute allerdings im Besitz des Kapitäns und der Besatzung, sonst wären die Touren auch unerschwinglich teuer. Außerdem, wie könnte der Angler die große Menge Fischfleisch sinnvoll verwenden?

Köder

Als Köder empfehlen sich Stücke von Sardinen, Meereswürmer, Muscheln oder Schnecken. Meereswürmer findet man in allen Angelgeschäften an der Küste. Sardinen, Muscheln und Schnecken gibt es auf jeden Markt oder in jedem Fischgeschäft zu kaufen.

Nach dem Auswerfen holt man die Montage in kurzen Intervallen ein. Es empfiehlt sich mit einer Rute den Nahbereich und mit einer Rute den Fernbereich abzufischen.

 

Wer von den Sandstränden aus fischen will muß, zumindest im Sommerhalbjahr, schon wegen der vielen Sonnenhungrigen, auf die Abend- und Nachtstunden ausweichen.

Außerdem kommen die Fische meist auch erst gegen Abend in Ufernähe. Dann wird mit Grundblei, das den Strömungsverhältnissen angepasst sein muß, und Haken der Größe 4- 8 gefischt. Es kommen lange Ruten mit guten Wurfeigenschaften und leichte bis mittlere Rollen mit Weitwurfspulen zum Einsatz.