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wrackangeln

Angeln mit der Fliege

Das Fliegenfischen gilt als die Königsdisziplin beim Angeln. Es sieht sehr anmutig aus und wirkt auf den Laien wie eine Überwindung der Physik.

 

Oder wie soll man es sich sonst vorstellen, wie eine künstliche Fliege, die ja fast kein Eigengewicht hat, geworfen werden kann. Als Wurfgewicht dient hier die Fliegenschnur, es ist also in der Tat etwas ganz anderes, als, z.B. das Spinnfischen, wo der Köder selbst auch das Wurfgewicht darstellt.

Es wird unterschieden nach Angeln mit der Trockenfliege, der Naßfliege (und der Nymphe), sowie dem Streamer. Rute und Rolle können dabei durchaus die selben sein, jedoch kommt der Schnur auch hier wieder eine große Bedeutung zu, da sie nicht nur die notwendigen Wurfeigenschaften haben muß, sondern auch die gewünschte Schwimm- bzw. Sinkeigenschaft.

 

Klassifiziert werden Rute, Rolle und Schnur nach AFTMA (American Fishing Tackle Manufacturers Assosiation). Das Gewicht der ersten 9,14 m der Fliegenschnur bestimmen die AFTMA Klasse. So wiegt z.B. eine Schnur der Klasse 7 12 Gramm. Gebräuchlich sind Fliegenklassen 4 -12, wobei 4 die leichtere Klasse ist (z.B. zum leichten Fischen auf Äsche und Forelle) und 12 die schwerste (z.B. zum Angeln auf Lachse in Norwegen, Schweden oder Kanada).

Als Anfänger muß man sich überlegen, in welchen Gewässern man welche Fischarten fangen möchte und darauf abgestimmt die Ausrüstung kaufen. In Angelgeschäften mit größerer Abteilung fürs Fliegenfischen wird man eine gute Beratung erfahren. Mit einer Rute der Klasse 5/6 oder 6/7 ist der Anfänger gut ausgestattet, damit können Rotaugen ebenso überlistet werden, wie Forellen, Äschen, Barsche oder auch Hechte.

Es gibt nicht nur schwimmende und sinkende Fliegenschnüre, sondern auch noch verschiedene Formen mit den jeweiligen Flugeigenschaften. So ist eine DT Schnur (double taper) doppelt verjüngt, also vorne und hinten dünner, so daß man kleinste Fliegen sanft ablegen kann. Ist der vordere Teil verschlissen, wird sie einfach umgedreht. Eine WF Schnur (weight forward) hat das Gewicht vorne, sie wird auch Keulenschnur genannt. Mit ihr sind weite Würfe möglich und auch das Werfen gegen den Wind.

Beim Angeln mit der Trockenfliege schwimmt die Fliege auf dem Wasser und für den Anfänger ist der Biß gut zu erkennen. Es ist eine ideale Methode für den Anfänger. Auch so genannte Aufsteiger (Emerger) lassen sich mit der Trockenfliegenschnur gut werfen und führen. Emerger sind frisch geschlüpfte Insekten, die auf dem Weg an die Wasseroberfläche im Oberflächenfilm festhängen. Sie sind eine beliebte und leichte Beute für die Fische.

Die Naßfliege imitiert ein Unterwasserinsekt oder auch ein untergegangenes Tier bzw. eines auf dem Weg zur Oberfläche. In flachen Gewässern oder soll dicht unter der Wasseroberfläche geangelt werden, kann die Trockenfliegenschnur verwendet werden, wobei das Vorfach nicht gefettet wird, damit die Fliege untergehen kann. Soll der Köder tiefer angeboten werden, nimmt man eine sinkende Fliegenschnur; langsam sinkend oder schnell sinkend je nach Gewässer und Angelart. Beschwerte Naßfliegen wie. Z.B. Goldkopfhymphen erhöhen die Sinkgeschwindigkeit. Ein Streamer imitiert einen flüchtenden Kleinfisch und spricht die echten Räuber unter den Fischen an. Das können Salmoniden sein, aber auch Barsche, Hechte oder Zander. Experten angeln mit stärkstem Geschirr sogar auf Waller mit der Fliege (Streamer) oder im Salzwasser auf Tarpon, Thunfisch oder andere große Räuber.

Da immer auch ein kapitaler Fisch einsteigen kann, sollte nicht am Gerät gespart werden. Der Anfänger ist zwar verlockt, das billigste Angebot zu kaufen, jedoch wird er auch schnell die Fehler des Gerätes feststellen und sich nach kurzer Zeit besseres Equipment zulegen. Billig bezahlt man immer doppelt. Im guten Fachgeschäft wird dem Einsteiger in diese Angeldisziplin gutes Gerät zu fairen Preisen angeboten.

Die Rollen sind von recht einfacher Bauweise, da sie keine aufwendigen Umlenkungen oder technischen Schnickschnack benötigen. Wichtig ist es, dass sie von Rechts- auf Linkshandbetrieb umgestellt werden können und über ausreichend Kapazität für die Nachschnur (Backing) verfügen. Die Nachschnur ist die Versicherung für den Angler mit einem großen Fisch am Haken. Auch sie sollte der Schnurklasse und den Zielfischen angepaßt sein. Eine große Meerforelle oder Meeräsche in der Ostsee ist durchaus in der Lage Fluchten von 100 m und mehr zu machen. Auch an der Qualität des Backing sollte nicht gespart werden, denn schließlich wird sie benötigt, wenn der oder die Kapitale gebissen hat.

Bei der Auswahl der Fliegen, kann der Anfänger leicht in Verzweiflung geraten, da das Angebot der Fliegenmuster schier nicht zu überblicken ist. Es reicht, wenn er einige wenige Muster in unterschiedlichen Größen kauft und mit diesen umzugehen lernt. Dann wird sich auch der Erfolg einstellen und der Spaß beim Fliegenfischen erhalten bleiben.