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Fliegenfischen im Meer

Rolle zum Fliegenfischen
Rolle zum Fliegenfischen

Das Schöne am Fliegenfischen im Meer ist unter anderem die Möglichkeit viele verschiedene Fischarten an den Haken bekommen zu können. Selbst Schwertfische, Heilbutts und Haie sind schon mit der Fliegenrute überlistet worden. In Schweden, Norwegen, Dänemark und Norddeutschland wird gerne den Meerforellen nachgestellt. Häufiger Beifang ist in diesen Ländern, vor allem wenn etwas tiefer und in der Dämmerung gefischt wird, der Dorsch.

Unter Fliegenfischern besonders beliebt sind einige tropische Gewässer in Amerika und Afrika. Hier werden der Tarpon, der Bonefisch und der Fächerfisch, weil besonders kampfstark, ganz besonders geschätzt.

Fliegenfischen - die ersten Schritte

Fliegenfischer in Nyköping / Schweden
Fliegenfischer in Nyköping / Schweden

Der Anfänger schaut eher ehrfurchtsvoll den erfahrenen Fliegenfischern bei ihrer Tätigkeit zu, ist der Sport doch anmutig anzuschauen. Aber erlernen kann das Fliegenfischen dann doch jeder, der sich ernsthaft dafür interessiert und engagiert ans Werk geht.

Zuerst kann es schon entmutigend sein, wenn man sich mit einem Haufen Fachbegriffe konfrontiert sieht und eine Entscheidung treffen muss, wie man denn in diese Variante des Sportangelns einsteigt. Grundsätzlich ist empfehlen, sich in einem Fachgeschäft (mit Spezialisierung auf das Fliegenangeln) beraten zu lassen, denn schließlich möchte man ja auch mit Equipment nach Hause gehen, das zu einem passt.

Grundsätzlich sind zuerst einmal die Fragen zu beantworten wo man angeln will und was die Zielfische sind. Daraus ergeben sich die Arten des Fliegenfischens und daraus auch die richtige Ausrüstung. Denn es ist schon ein riesiger Unterschied, ob ich an einer kleinen Au auf Weißfische angele oder in der Ostsee auf Meerforellen oder im großen Strom wie dem Rhein auf Rapfen.

Fliege zum Meeresangeln
Fliege zum Meeresangeln

Fangen wir an mit dem Angeln mit der Trockenfliege: die Schnur schwimmt, das Vorfach schwimmt, die Fliege schwimmt und imitiert ein auf der Wasseroberfläche oder im Oberflächenfilm treibendes Insekt. Den Biss kann man in der Regel gut erkennen, wenn der Fisch die Fliege von der Oberfläche schlürft. Dann heißt es, einem Moment zu warten bis der Fisch abdreht und einen angepassten Anhieb zu setzen.

Das Angeln mit der Trockenfliege ist enorm spannend, aber was tun, wenn keine Fische steigen? Dann sind die Fische wahrscheinlich eher im Mittelwasser oder in Grundnähe zu finden. Das heißt, hier kommt die Ausrüstung mit der Nassfliege zum Einsatz. Die Rute kann durchaus dieselbe sein, wie beim Fliegenfischen mit der Trockenfliege, jedoch muss die Fliege runter zum Fisch und eine Larve oder ein versunkenes Insekt vorgaukeln. Also müssen mindestens die Fliege oder Nymphe und das Vorfach sinken, je nach Wassertiefe auch die Fliegenschnur.

Zum richtigen Zeitpunkt mit dem passenden Gerät und der passenden Fliege am richtigen Ort
Zum richtigen Zeitpunkt mit dem passenden Gerät und der passenden Fliege am richtigen Ort

Und hier wird es etwas schwieriger, denn es gibt Fliegenschnüre mit einer sinkenden Spitze (und der Rest schwimmt, bzw. wird langsam unter Wasser gezogen) und sinkende Fliegenschnüre mit unterschiedlichen Sinkgeschwindigkeiten. Das ist dann Aufgabe des Beraters im Fachgeschäft, auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten eine Lösung zu erarbeiten. Das kann z.B. sein: eine Rute, eine Rolle mit mehreren Spulen und verschiedenen Schnüren darauf.

Zum Erlernen des Werfens mit der Fliegenrute und des Präsentierens der Fliege auf oder im Wasser ist es ratsam, einen Anfängerkurs zu besuchen. Fliegenfischerkurse werden nicht nur von vielen Angelgeschäften angeboten, es gibt eine Vielzahl von Guides, die entsprechende Kurse durchführen und den Neufliegenfischer ans Wasser begleiten und den praktischen Teil mit der Chance verbinden, den ersten Fisch an der Fliegenrute zu fangen. Die Chancen, eine lebenslange Freude am Fliegenfischen zu entwickeln, erhöhen sich dadurch erheblich.

Fliegenfischen auf Meeräsche, Seebarsch, Köhler, Pollack, Lachs...

Immer mehr Fliegenfischer angeln in den Sommermonaten auf die scheue, aber kampfstarke und große Gewichte erreichende Meeräsche. Ein Fisch den die Erwärmung der Weltmeere in die Nord- und Ostsee gelockt hat.

Auch der Seebarsch, früher nur an der französischen und englischen Küste beheimatet ist ein kampfstarker Räuber und dazu auch noch sehr schmackhaft.

Während man beim Angeln auf Meeräsche eher kleine Fliegen anbieten wird, wird man dem großen Seebarsch eher große Streamer vorsetzen.

In Norwegen kommen beim Fliegenfischen im Meer eine ganze Palette weiterer Fischarten hinzu: Pollack, Köhler, Schellfisch, Lachs, Makrele und über sandigem Grund sogar Plattfische.

Das vollständige Equipment zum Fliegenfischen im Meer

Diverses Zubehör
Diverses Zubehör

Das Angelgerät beim Fliegenfischen im Meer besteht im wesentlichen aus Fliegenrute, Fliegenrolle, Fliegenschnur, Vorfach, den Fliegen, Kescher, Wathose, Löseschere. Wie immer beim Angeln sollte das Gerät aufeinander abgestimmt sein. Mit einer 9-10 Fuß langen Fliegenrute der Klasse 7-8 kommt der Einsteiger gut zurecht.

Die Rolle sollte natürlich salzwasserbeständig sein, eine Scheibenbremse haben und 100 Meter 20 lbs. Backingschnur oder mehr aufweisen. Eine WF-Schnur ist meistens die richtige Wahl, da man bei stärkeren Winden damit gut werfen kann. Nur in Revieren mit seichterem Wasser ist eine Schwimmschnur zu empfehlen. Ein Schnurkorb ist praktisch bei Wellengang und starkem Strom, weil man weniger Verhedderungen hat.

Das Fliegenvorfach sollte zwischen 9 (Intermediate-Schnur) und 12 (Schwimmschnur) Fuß Länge haben. Es kann 0.28 Millimeter an der Spitze messen, wenn man die etwas größeren Fliegen benutzt, ansonsten kann man bis 0.18 Millimeter heruntergehen. Das hängt sehr von den Strömungsverhältnissen und den Hindernissen im Wasser ab.

In Norwegen wird man das Vorfach stärker wählen. Im allgemeinen sollte man kleine Fliegen bedächtig führen, große Fliegen und Streamer können zügiger geführt werden. Außerdem empfiehlt es sich die Fliege im kalten Wasser Nordnorwegens langsamer als im wärmeren Wasser in sommerlichen Südnorwegen zu führen.

Bei der Wahl der richtigen Fliegen sollte man einheimische Sportangler oder das nächste Fachgeschäft konsultieren. Eine Alternative sind entsprechende Fliegenfischerforen im Internet.

 

Und dann noch

Immer am Mann sollten sein: Lösezange, Fischtöter, Tuch, Fischkorb, Kescher und Ersatzfliegen.

Wer vom Ufer fischt, der muss unbedingt für sicheren Stand sorgen, egal ob er vom Algen bewachsenen Felsen oder mit der Wathose im Wasser fischt. Ein Bad kann sehr unangenehm werden. Ein Rucksack am Ufer mit Wechselklamotten ist ebenso sinnvoll wie eine Thermoskanne mit Kaffee oder Tee, etwas Verbandszeug und Regenbekleidung.

Wer vom Boot fischt muss eine Rettungsweste anhaben und vorher die Wettervorhersage einholen. Außerdem: Kompass, Karte, Handy, Wasser, Ersatzteile für den Motor, ausreichend Treibstoff, große Taschenlampe, Signalraketen oder Fackeln... und daran denken im Boot sich nicht hinzustellen.