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wrackangeln

Urlaub in der In-Metropole Dublin

Schöne neue Einkaufswelt: Der Innenhof des Powerscourt Centre

Die irische Hauptstadt hat seit jeher große Künstler hervorgebracht

 

Von Beate Baum

 

Entspannt lächelnd lagert Oskar Wilde am Merrion Square auf einem großen Stein. Amüsiert er sich über seine eigenen Bonmots, die auf dem Quader unter seiner Büste stehen, wie: „I drink to keep body and soul apart“? Oder eher darüber, dass die Stadt Dublin gegenüber seiner Büste ausgerechnet eine seiner Ehefrau Constance aufgestellt hat? Homosexualität ist noch immer kein Thema, das man in der irischen Hauptstadt lässig abhandelt.

 

James Joyce ruht auf seinem Spazierstock an mehreren Ecken der Stadt – unter anderem im Hof eines der teuersten Hotels, dem „Merrion“. Immerhin kann man seit einigen Jahrzehnten seine Bücher auch in Irland legal beziehen, und somit könnte er sich heute dort vielleicht eine Tasse Tee leisten.

 

Grüne Oase: St. Stephen’s Green

Dublin und seine Dichter: Vier der allergrößten – neben Wilde und Joyce William Butler Yeats und Samuel Beckett – hat die Stadt hervorgebracht, und wusste sie doch erst zu würdigen, als sie Weltruhm errungen hatten. Aber immerhin braucht man den Dublinern von heute ihre Bigotterie nicht mehr vorzuwerfen – das tun sie mittlerweile selbst: Die Stadt verfügt über eine äußerst lebendige Literaten-, Musik-, Theater-, Film- und Kunstszene, und auch politisch tut sich einiges, das noch vor Jahren undenkbar schien.

 

Überhaupt erscheint die Stadt grenzenlos lebendig, im Aufbruch befindlich. Dublin ist die neue In-Metropole, Szene-Treff, Must-be-Place. Sei es das wunderbare Bürgerviertel rings um den Merrion Square, bereits im 19. Jahrhundert „angesagt“, Geburtsstätte Wildes und Wohnort Yeats, die pulsierende Einkaufsmeile oder aber das Ausgeh-Viertel Temple Bar. Dessen Straßenzüge waren vor 15 Jahren fast verfallen, heute beherbergen die sanierten Gebäude angesagte Künstlertreffs.

 

Im Innenhof des altehrwürdigen Trinity-College.

Egal, von welcher Seite man sich Dublin gedanklich nähert, schneller als man sich versieht, ist man wieder bei der Kunst. So führte Georg Friedrich Händel im ältesten Teil der Stadt – abgesehen von einigen wenigen Fundstücken der Wikinger – bei Christ Church am 13. April 1742 seinen Messias erstmals öffentlich auf, und bis heute wird das Oratorium dort jedes Jahr an diesem Tag von Chören der Stadt vorgetragen. Die Musik-Stars der letzten Jahrzehnte heißen Bob Geldof, U2, Sinead O’Connor, The Cranberries oder Westlife. Das Trinity College, die bekannteste irische Universität, ist natürlich Keimzelle des Geistes überhaupt – und stellt das berühmte Book of Kells, eine der ältesten Schriftformen überhaupt – aus. Und wenn man in Dublin shoppen geht, dann kann man das in einer der Boutiquen in Grafton Street tun, man kann aber auch in eine Mall der anderen Art gehen: In das „Powerscourt Centre“, ein Einkaufsparadies in einem wundervoll restaurierten Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert.

 

Oscar Wilde gegenüber seinem Geburtshaus am Merrion Square.

Und da die großen irischen Dichter auch allesamt große Säufer waren, kann man selbst seine Pub-Besuche in Dublin damit rechtfertigen, sich Kultur einzuverleiben. Folgerichtig gibt mehrere literarische Pub Crawls. Bleibt als einziger Wermutstropfen, dass das Leben in Dublin heute unglaublich teuer ist. Bei einem Preis von 4,50 Euro für ein Pint Lager (ein guter halber Liter dessen, was am ehesten dem deutschen Pils entspricht), fragt man sich, wie die Dichter von heute das bezahlen sollen. Aber die von damals waren ja auch schon große Meister im Anschreiben ...

 

Anreise:

Dublin wird von fast allen deutschen Flughäfen angeflogen, eine Alternative ist die Fähre.

 

Die Stadt kennen lernen:

Natürlich gibt es verschiedene Bustouren, besonders empfehlenswert sind die, bei denen man nach Belieben aus- und einsteigen kann für etwa 13 Euro.

Nachdem nahezu alles in Dublin sehr teuer ist, eine gute Nachricht: Die meisten staatlichen Museen nehmen keine Eintritt

 

Weitere Informationen

Irisches Fremdenverkehrsamt: 069 / 66800950

www.tourismireland.de

www.visitdublin.com