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Angeln im Urlaub – unbeschwerte Stunden mit den Kindern oder wie komme ich an einen Angelschein

Stolzer Jungangler mit schöner Forelle
Stolzer Jungangler mit schöner Forelle. Foto: Hans-Joachim Franzen

Angeln im Urlaub, das klingt nach entspannenden Stunden an einer Hafenmole oder an einem romantischen Fluss-, See- oder Meeresufer irgendwo in der Welt. Allerdings sollte der Vater, der beispielsweise mit seinen Kindern große und kleine Fische ins Trockene befördern möchte, wissen das fast überall auf der Welt der Staat eine Fischereiabgabe erhebt. In manchen Ländern werden von den Geldern erhebliche Besatzmaßnahmen durchgeführt, Fischereischutzmaßnahmen ergriffen oder Angestellte für Fischereiwesen bezahlt. In anderen fließen die Gelder in einen allgemeinen Topf.

 

Junganglerin an der nördlichen Costa Brava
Junganglerin an der nördlichen Costa Brava

Wie auch immer, der potentielle Angler sollte sich informieren, am besten im Vorfeld der Reise. Übers Internet kommt man manchmal schnell an die nötigen Informationen, am schnellsten bei den Ländern, bei denen es sowieso unkompliziert ist einen Angelschein zu kaufen.

Hier einige Beispiele: Wer in Dänemark angeln will, egal ob im Meer, See oder in einer Au (kleiner Fluss), der kann den notwendigen, staatlichen Angelschein bereits übers Internet erwerben, in jedem Angelgeschäft nördlich von Hamburg gegen Vorlage des Personalausweises kaufen oder auch in jedem dänischen Postamt erstehen. Da er nicht teuer ist, lohnt es sich einen Jahresschein zu kaufen, der ab Ausstellungsdatum für ein Jahr gültig ist. Für das Angeln im Süßwasser kommt in Dänemark noch ein weiterer Schein dazu, der für ein oder mehrere Gewässer gültig ist. Informationen dazu kann jedes Touristenbüro, Angelgeschäft oder Campingplatz geben.

Angelscheine in Spanien - Mallorca

In Dänemark kommt man leicht an einen Angelschein
In Dänemark kommt man leicht an einen Angelschein - Jungangler im Drill

In Spanien hingegen ist die Ausstellung eines Scheines Sache der jeweiligen Region, d.h. Mit einem Angelschein für Katalonien komme ich in Valencia nicht weiter: Der Autor hat selber einmal einen Angelschein für Mallorca erwerben wollen und es schließlich auch geschafft.

An einem Frühlingstag 2009 landete er auf dem Flughafen von Mallorca und marschierte, nachdem er sein Gepäck vom Band geholt hatte zum nächsten Informationsschalter. Übers Internet hatte er bereits die Straße und den Namen des Amtes für Fischereiwesen in der Inselhauptstadt Palme de Mallorca recherchiert. Die Dame an der Rezeption war sehr freundlich, holte auch gleich eine Karte heraus und suchte die Straße.

Angeln auf Mallorca
Angeln auf Mallorca

Leider war diese außerhalb des dargestellten Bereiches, konnte aber sagen wo sich das Amt ungefähr befand, welche Hauptstraße zur Orientierung dienen könne. Also rein nach Palma und die Hauptstraße gesucht. Die fand ich, dank der guten Beschreibung, auch schnell. Jetzt suchte ich die passende Querstraße, leider fand ich diese nicht. Also in irgendein Parkhaus rein und losmarschiert. Nach knapp zwanzig Minuten und nach dreimaligen Fragen an Passanten stand ich endlich vor dem betreffenden Amt. Danach hieß es ein spanisch gehaltenes Formular auszufüllen und zu einer Bank zu gehen, um den fälligen Betrag einzuzahlen. Bei der ersten Bank konnte man das Geld für den Angelschein gar nicht einzahlen, bei der zweiten nur Mittwochs (ich war an einem Freitag, dem ersten Urlaubstag) dort.

Zurück zum Amt, der Adrenalinspiegel war in der Zwischenzeit bereits kräftig gestiegen, schließlich hätte ich bereits lang im Urlaubsquartier sein können, dort wurde erklärt, dass nur eine einzige Bank, die „Sa Nostra Bank“ jeden Tag das Geld entgegen nimmt. Die wurde gesucht und schließlich auch gefunden, das Geld bezahlt. Danach musste ich noch ein Geschäft suchen, dass meinen Personalausweis von beiden Seiten in zweifacher Ausfertigung kopiert. Was ich dann auch noch schaffte. Schließlich musste ich auf dem Amt nochmals ein Formular ausfüllen und bekam dann – endlich – den ersehnten Schein.

Die allermeisten Urlauber wollen sich doch an die Vorschriften halten und sind gerne bereit die notwendigen Gebühren zu bezahlen, aber warum macht man es ihnen so schwer?